Wussten Sie schon, dass Logopäden/Logopädinnen auch Erwachsene mit ganz speziellen Erkrankungen behandeln?

Wussten Sie schon, dass Logopäden/Logopädinnen neben der Behandlung von Säuglingen und Kindern mit Sprach-, Sprech-, Stimm-, Hör- und Schluckstörungen, auch Erwachsene mit ganz speziellen Erkrankungen behandeln?

Zu diesen Erkrankungen gehören folgende Krankheitsbilder:

  • Aphasie

Aphasien sind erworbene zentrale Sprachstörungen, infolge von Hirnschädigungen nach Schlaganfällen, Schädel-Hirn-Traumata, Hirntumoren, Hirnblutungen, Hirnoperationen, cerebralen, entzündlichen Prozessen, sowie degenerativen Erkrankungen, wie z.B multiple Sklerose,  Alzheimer oder Chorea-Huntington.

Diese Sprachstörung betrifft alle sprachlichen Modalitäten (Verstehen, Sprechen, Lesen, sowie auch das Schreiben).

  • Dysphagie

Schluckstörungen sind Beeinträchtigungen oder Behinderungen des Schluckens und/oder der oralen Nahrungsaufnahme. Sie entstehen durch strukturelle Veränderungen im Mund- und/oder Halsbereich, aber auch durch neurologische Störungen. Ursachen können ein Schlaganfall, degenerative Erkrankungen, wie z.B. ALS oder  Parkinson, sowie Schädel-Hirn-Traumata, Folgen von Operationen im Kopf-/Halsbereich, wie z.B. nach Tumorentfernungen im Hals- oder Mund-Nasen-Rachen-Bereich, entzündliche Prozesse im Gehirn, Cerebralparesen, Erkrankungen/Verletzungen des Rückenmarks, sowie Komplikationen im Verlauf intensivpflichtiger Maßnahmen (Intubationsschäden) sein. Intubationsschäden sind gerade auch aktuell vermehrt ein großes Thema, z.B. als Folge einer beatmungspflichtigen Covid-19-Erkrankung.

  • Dysarthrophonien

Es handelt sich um eine zentrale Sprechstörung, infolge einer Koordinationsstörung des Regelkreises Atmung, Stimmgebung, Artikulation und Mundmotorik. Dies führt zu einer undeutlichen, schlecht verständlichen Sprechweise. Ursachen für eine Dysarthrophonie sind cerebrale Insulte, Hirntumore, Schädel-Hirn-Traumata und degenerative Erkrankungen, wie  Parkinson und Chorea-Huntington.

  • Dysphonie/Aphonie

Stimmstörungen können organisch, funktionell oder psychisch bedingt sein. Sie stehen immer in engem Zusammenhang mit Faktoren der Persönlichkeit und des Umfeldes des Patienten. Sie können durch Veränderungen im Stimmklang (Prosodie), in der Belastbarkeit und durch Missempfindungen, bis hin zu Schmerzen gekennzeichnet sein. Neben der gestörten Sprechstimme, kann auch die Singstimme eingeschränkt sein. Organische oder funktionelle Stimmstörungen sind bedingt durch Überreizungen, Überlastungen oder Schädigungen von Nerven, z.B. in Folge von Schilddrüsenoperationen oder Entfernungen von Tumoren im Hals- oder Mund-Nasen-Rachen-Bereich. Psychisch bedingte Stimmstörungen sind oft Folge von Traumata und müssen oft durch eine begleitende Psychotherapie behandelt werden.

  • Rhinophonien

Störungen des Stimmklanges durch eine zu geringe oder übermäßige Nutzung des nasalen Klangraumes. Rhinophonien treten als organische Störungen bei Gaumensegellähmungen, bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten oder als funktionelle Störung auf.

  • Buccofaziale Apraxie/Sprechapraxie

Störung im Handlungsentwurf einer gezielten, willentlichen orofazialen Bewegung. Dabei können einzelne Bewegungsmuster,  sowie der gesamte Sprechablauf gestört sein.

  • Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Eine Gesichtslähmung ist eine Schwäche oder Lähmung der Gesichtsmuskulatur, die meist eine, seltener auch beide Gesichtshälften betreffen kann.  Sie entsteht durch eine Schädigung des Gesichtsnervs oder des Hirnareals, welches die Gesichtsmuskulatur steuert – häufig ohne erkennbare Ursache. Die Beschwerden können mit der Zeit verschwinden, aber auch dauerhaft bestehen bleiben. Die Ursachen einer Gesichtslähmung sind vielfältig und noch nicht vollständig erforscht. Je nachdem, welcher Bereich betroffen ist, wird zwischen einer peripheren und einer zentralen Form unterschieden.

  • Redeflussstörungen (Stottern/Poltern)

Stottern ist eine Störung des Redeflusses, aufgrund von Laut-, Silben- und Wortwiederholung, sowie Blockierungen zu Wort- oder Satzbeginn. Die Ursachen können organisch, traumatisch oder psychogen bedingt sein. Stotternde Menschen leiden häufig unter einem ausgeprägten Störungsbewusstsein und entwickeln ein Vermeidungsverhalten bezüglich des Sprechens.

Poltern kennzeichnet sich durch ein beschleunigtes Sprechtempo aus, mit undeutlicher Aussprache und dem Verschlucken von Endsilben, in Folge eines Missverhältnisses der motorischen Sprechfertigkeit zum Sprechtempo. Menschen die poltern, haben in der Regel kein ausgeprägtes Störungsbewusstsein.

  • Hörstörungen

Hörstörungen von Erwachsenen, z.B. in Folge von Unfällen oder Knalltraumata, aber auch die Unterstützung beim Erlernen von Sprache, nach erfolgreicher Implantation von Cochlear-Implantaten bei angrenzender Taubheit, werden durch logopädische Therapie begleitet und behandelt.

  • Demenz

 Eine Demenzerkrankung ist ein fortlaufender Prozess. Jede Demenz verläuft ganz individuell.

Bereits zu Beginn einer dementiellen Erkrankung kann es zu Veränderungen der sprachlichen Leistungen kommen. Mit dem Fortschreiten der Demenz nehmen diese sprachlichen Einschränkungen – meist langsam schleichend – zu. Die Kommunikation wird für die Betroffenen zunehmend schwieriger.

Dieser Tipp kommt von Markus Niklas, Logopädie im Pott in Gladbeck.

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Markus Niklas
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